Gedanken zu Videopac-Spielen

von Ragnar F. Süberkrüp

Ich bin über das Interton VC4000 an die Philips Videopac Konsolen-Leidenschaft gekommen. Vor ca. 2 Jahren hatte ich bei eBay, mehr aus Versehen, eine Interton Konsole ersteigert (ich hatte Robotron mit Interton verwechselt).

Irgendwie kam mir die Grafik bekannt vor, ich konnte mich aber nicht entsinnen woher. Ich machte mich im Internet auf die Suche nach mehr Informationen über diese Konsole und landete dann auf der Seite von Dieter König. Fasziniert hatte ich mir die Bilder von den Spielen und Packungen angesehen und bin dann aus Neugier auf die Videopac-Seite gegangen. Dort kam die Erleuchtung, warum mir die Grafik so bekannt vorkam: Ein Freund von mir hatte das G7000 besessen.

Nachdem mich die Sammelleidenschaft für das Interton überkommen hatte, ging ich dazu über, die Videopac-Spiele ebenfalls ein wenig näher unter die Lupe zu nehmen. Besonders hatten es mir die Master-Strategie-Serie und die Spiele von Parker und Imagic, aufgrund der Seltenheit, angetan.

Als ich nun das Glück hatte, diese Spiele zu erwerben, fiel mir ein Kuriosum bei dem Spiel Atlantis auf: Im Rahmen der Umsetzungen für die verschiedenen Systeme, ist den Herstellern ein Faux-Pas unterlaufen, sie sprechen auf der Verpackung von 3(!) Kanonen, statt der vorhanden 2. Da das Spiel ja nun für die unterschiedlichsten Konsolen herauskam, und man wohl bei Imagic nicht näher nachgedacht hatte, wurde diese Abwandlung übersehen und wohl der vorhandene Text von anderen Modulen übernommen.

Die Umsetzung an sich ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen (kein Flackern wie bei der VCS Version, die ich auch mein eigen nenne), die Grafik ist auch noch sehr gut ansehbar und das Fehlen der mittleren Kanone wird durch die "Smartbomb" gut kompensiert. Schade nur, daß sich das Modul ungenutzte Bonusbauteile nicht merkt und sie damit verfallen, so daß man nicht zu astronomisch hohen Punktzahlen kommen kann.

Von dem Spiel Demon Attack war ich am Anfang etwas enttäuscht: Mir fehlte ein wenig die Hintergrundgrafik, die ja bei Atlantis noch vorhanden war. Nachdem ich aber das Spiel begonnen hatte, wandelte sich diese Enttäuschung rasch in Begeisterung: Trotz der oberflächlich schlechten Grafik macht das Spiel mir mehr Spaß als Terrahawks, welches mir auch gut gefällt. Hinzu kommt noch, daß die Gegner schöner anzusehen sind als die einfachen Striche bei Terrahawks und ich bei dem Anleitungslesen doch ziemlich schmunzeln musste: Die Idee, ein Grafikproblem mit zeitweise verschwindenden Schüssen auf die Atmosphäre des (nicht vorhandenen) Planeten zu schieben ist ja geradezu genial, daher würde mich die Jopac+ Version sehr interessieren.

Als nächstes hatte ich mich Popeye zugewandt, das mir auch recht gut gefallen hatte, trotz der Reduktionen gegenüber der von mir ausgiebigst gezockten C64 Version. Schade nur, daß man nicht wirklich wieder die Chance hat, von der untersten Ebene die Herzen auf den höheren Ebenen zu erreichen. Man muß unten bleiben.

Bei dem Frogger Spiel (zu dem mir leider als einziges die Anleitung fehlt) war ich ziemlich überrascht: Am Anfang die Animation mit dem Frosch ist wirklich super und dann, die Unterteilung der beiden Abschnitte auf 2 Screens, um die Einschränkungen des Systems zu umgehen: Hut ab Parker, eine tolle Idee. Man erhält so ein spannendes, schnelles Spiel ohne auf irgend etwas verzichten zu müssen.

Bei Super Cobra (ein Scramble-Ableger) hatte Parker zu einem ähnlichen Trick gegriffen: Um die Einschränkungen der Konsole nicht zu stark hervortreten zu lassen, hatte man einfach auf das Scrolling verzichtet: Erreichte der Hubschrauber (die Super Cobra) den rechten Bildschirmrand, wird der komplette Screen nach links verschoben. Allerdings hat dies ein gravierenden Nachteil: Man sieht nicht, was rechts vom Rand ist und kann so böse Überraschungen erleben, denen man nicht mehr rechtzeitig ausweichen kann, da hilft nur auswendig lernen. Schade auch, daß man unbenutzte Bomben nicht in den nächsten Screen mitnehmen kann. Trotz allem aber ein unterhaltsames Spiel.

Q*bert hat, wie Frogger, was ganz interessantes: Unser Held zeigt, wie bei der Spielhallenversion, bei den Levelstarts, was man tun muß. Das sieht wirklich super aus, so daß man sich auch durch die eingeschränkte Optik des Spielfeldes (der 3D-Effekt fehlt total), nicht davon abhalten lässt, es zu spielen, zumal die Gegner nicht gerade leicht sind. Die Steuerung ist präzise und entlastet mal die Horizontal- und Vertikal-Achse, da es diagonal gespielt wird.

Die Master-Strategie-Serie weist einige Besonderheiten gegenüber den „normalen“ Videopac-Spielen auf. Als erstes haben sie bunte, einsprachige Anleitungshefte, zum zweiten ein Spielbrett und zum dritten noch verschiedene Setzer und/oder Marker.

Als erstes Spiel dieser Reihe kam „Eroberung der Welt“ in meinen Besitz. Dieses Spiel beinhaltet ein magnetisches Spielbrett, das neben einer Wertungstabelle noch die Erde mit verschiedenen Ländern und politischen Einflusssphären Anfang der 80er Jahre darstellt. Hinzu kommen noch magnetische Marker und Kunststoffzählmarken. Die Anleitung ist nett anzusehen, beinhaltet aber leider ein paar Unklarheiten, z. B. wird nicht ganz schlüssig klar, wie die Lenkung der Flugzeuge funktioniert und der „Endkampf“ ist auch nicht recht verständlich dargestellt (ein Freund von mir und ich haben zumindest länger darüber gerätselt). Das Spiel auf dem Bildschirm hingegen ist ein „aufgebohrtes“ Videopac 4, nur dass man nun auch mit Panzern gegen U-Boote und Flugzeuge kämpfen kann und die Kämpfe nun auf Land/See und Luftgebieten stattfinden können. Nur leider habe ich den Vorteil der Flugzeuge nicht so recht erkannt: Sie verbrauchen Unmengen an Energie, sind schwer bis gar nicht gezielt einsetzbar und dazu noch ein recht leichtes Opfer. Schade ist auch, dass ein Computergegner fehlt, man kann wie beim Videopac 4 nur gegeneinander spielen, für einen Computergegner reichte wohl die Modul-Kapazität nicht aus. Nur so ist auch das „Feature“ zu erklären, dass man mit den U-Booten bei einem „Ping“ manuell auftauchen soll. Es ist aber trotzdem ein sehr unterhaltsames Spiel, dass aber eindeutig schlechte Videospieler stark benachteiligt, egal wie groß das Industriepotential eines Spielers ist, in den „normalen Kämpfen“ haben die Gegner die gleichen Voraussetzungen, erst beim „Endkampf“ kann es zum Vorteil werden.

Als nächstes Spiel erhielt ich „Die Suche nach den Ringen“. Neben der sehr schön gestalteten Landkarte, die einen fiktiven Kontinent und eine Zeitskala darstellt, sind noch sehr schöne Setzer und noch ein besonderer Konstrukt beinhaltet: Es gibt 23 „Castles“ unter denen der „Ringmeister“ 10 Ringe und einige Monster („Nightmares + Dragons“) verstecken kann, ohne das die anderen Spieler erkennen können, was sich darunter verbirgt. Dies erhöht natürlich die Spannung ungemein, setzt leider aber mindestens. 3 Spieler voraus, mit weniger macht es auch nur halb soviel Spaß. Zwar besteht die Möglichkeit, das Spiel notfalls auch allein oder zu zweit zu spielen, es ist aber nicht ganz so unterhaltsam. Die Anleitung ist hier auch wieder sehr schön anzusehen und recht gut zu verstehen. Aufgrund der begrenzten Möglichkeit werden die „Helden“ und die immer vorhandenen Standardgegner mit den vorprogrammierten Figuren des Zeichensatzes dargestellt. Die Bedienungsanleitung spricht natürlich wegen der Kaschierung von den „magischen“ Kräften des Ringmeisters, der die Gegner aus „Täuschungsgründen“, den Helden ähneln lässt. Wenn man mit „Ringmeister“ spielt, gibt es noch eine schöne „Gemeinheit“: Er kann ein paar Mal einen Spieler-Charakter übernehmen und den anderen Spieler versuchen auszuschalten, was übrigens außer das Verstecken der Ringe und der Monster die einzigen Möglichkeiten sind, aktiv in das Spiel einzugreifen. Als Zwei-Personen Spiel ist der Sieg der Spieler fast schon vorprogrammiert. Im Gegensatz zu „Eroberung der Welt“ ist es aber zumindest theoretisch möglich, das Spiel allein zu spielen, da der Videopac-Computer die Monster und Ungeheuer steuert und nicht der Ringmeister. Alles im allem also ein recht unterhaltsames Spiel, mit einer tollen Optik des Spielplanes und sehr schön dargestellten „Nightmares“ und „Dragons“, die die Spielfiguren jagen.

Das letzte Spiel der Serie, das veröffentlicht wurde, war „The Great Wallstreet Fortune Hunt“. Die Bezeichnung Spiel ist allerdings nicht ganz korrekt, Simulation würde es eher treffen. Es ist wohl eines der bemerkenswertesten Spiele seiner Zeit: Hier wird die komplexe Welt der Börse simuliert. Das Spielbrett stellt die einzelnen Aktien mit ihren Anfälligkeiten auf die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen, den Leitzinssatz und den Zeitverlauf dar. Hinzu kommen noch Metallmarker für die Zeit und die Zinsentwicklung und Plastikmarker für die einzelne Aktien- oder Optionswerte. In den beigefügten, geradezu edel aussehenden Mäppchen, notiert man sich seine Vermögenswerte. Überhaupt sieht das ganze Spiel edel aus: Die Verpackung und das Modul sind die unveränderten Magnavox-Versionen, so dass es eine Pappschatulle gibt, sonst ist es nur ein Pappkarton. Dies hat allerdings auch einen Nachteil: Die Anleitung ist auf englisch, nur ein kleiner Zettel liegt bei, der einige Begriffe in anderen Sprachen erklärt. Das Spiel an sich ist sehr interessant, allerdings sind meiner Meinung nach nur die ersten beiden Stufen spielbar. Die anderen Stufen sind einfach zu komplex (ich habe zwar eine kaufmännische Ausbildung und verstehe auch einigermaßen Englisch, aber die weiterführenden Erklärungen lassen mich scheitern, ebenso wie einen Freund von mir, der BWL studiert, und meinen Bruder, einen angehenden Anglistiker). Das ist eigentlich schade, weil dadurch von uns natürlich einige Möglichkeiten nicht genutzt werden können. Leider ist die Simulation nicht ganz so realistisch wie erwartet: zum Beispiel können ureigene US-amerikanische Konzerne, die vom Staat unterstützt werden würden, Pleite gehen, ebenso ironischerweise sogar der Goldkurs auf „0“ fallen (damit bin ich zum Beispiel beim ersten Spiel mit PanAm und Gold auf die „Schnauze“ gefallen). Aber trotz diese Mankos ist es recht interessant zu spielen und man darf nicht vergessen: Als dieses Modul herauskam, gab es nur wenige Wirtschaftssimulationen für den „Hausgebrauch“ und soweit ich weiss keine, die sich so mit dem Börsenmarkt beschäftigt hat. Ich habe irgendwo sogar gelesen, das Magnavox damals Börsianer eingeladen hatte, die das Spiel nur mal kurz anspielen sollten, die aber fasziniert Stunden damit zubrachten.

Weitere Module, die zwar nicht zur Master-Strategie-Serie gehörten, aber von mir aufgrund ihrer Ausstattung als „besonders erwähnenswert“ eingestuft werden sind die Module 9 (Computer Programmer), 31 (Musikant) und das Schachmodul.

Zuerst einmal das Modul 9. Dieses „Spiel“ hatte mein schon oben erwähnter Freund und es hat ihn an seinen zukünftigen Beruf herangebracht (er ist mittlerweile Diplom-Informatiker). Es beinhaltet neben dem Modul noch ein ausführliches Beiheft, das neben den Erklärungen der Programmsprache noch eine kleine Einführung in die Computergeschichte beinhaltet. Mir selber hat das Modul nichts gegeben: Da man nichts abspeichern konnte, hatte ich mich damals nicht näher damit beschäftigt, sondern weiter auf meinen Commodore VC-20 Basic-Programme „eingehackt“.

Das Modul 31 wurde in einem Karton wie die Master-Serie zusammen mit einem Notenheft und einer Tastaturschablone ausgeliefert. Allerdings hatte man natürlich kein vollwertiges Klavier erhalten, sondern nur einen "Tastenauschnitt". Hinzu kam noch der gravierende Nachteil des Einkanal-Tons, so dass ein flüssiges Spielen mit mehr als einer Hand nicht möglich ist, da der Videopac-Computer nur einen Ton zur Zeit darstellen kann. Alles im allem also nur für den Sammler interessant, der Spieler wird weniger Freude an diesem zwar nett aufgemachten, aber nur bedingt praktikablen Spiel haben.

Das Schachmodul ist hingegen was ganz besonderes: Aufgrund der leistungsschwachen Hardware der Videopac-Computer wurde einfach ein Z80-Prozessor durch eine Modulschnittstelle mit dem Rechner verbunden, um ein Schachspiel zu ermöglichen. An und für sich ist das Schachprogramm sogar recht spielstark, nur muss es auf den letzten Spielstufen so lange „überlegen“, dass es quasi unspielbar wird, außer man hat sehr, sehr, sehr viel Zeit und 2 Fernseher, beziehungsweise ein Vectrex, Microvision oder eine andere Konsole, die nicht über den Fernseher läuft. Wenn man zu mehreren ist, kann man natürlich auch nebenbei ein Brettspiel spielen, aber dann kann man ja auch gleich in Schach gegeneinander antreten.

Als nächstes widme ich mich meinen Videopac+ Spielen, von denen es 3 Arten gibt: „Alte“ Spiele mit zusätzlicher Hintergrundgrafik (auf dem G7000 ohne Hintergrundgrafik spielbar), neue Spiele mit Hintergrundgrafik (auf dem G7000 auch ohne Hintergrundgrafik spielbar) und ganz neue Spiele, die nur auf dem G7400 laufen.

Das Modul Race+ ist nicht gerade das spannendste Modul: Die Hintergrundgrafiken bei Race und Spin-Out sind zwar nett anzusehen, pushen die Spiele an sich aber nicht so recht hoch. Zu ausgetreten sind die Spielprinzipien: Race (ein Ausweichspiel auf einer geraden Strecke) habe ich schon auf einer der ersten Pong-Spielkonsolen gespielt und Spin-Out (ein Rennen durch einen Parcours) wurde auch schon sattsam auf anderen Konsolen ausgewalzt. Einzig das Rätselspiel wäre zu zweit trotz fehlender neuer Grafik interessant, wenn es nicht zu beschränkt in den Möglichkeiten wäre. Aber die Spielprinzipien werden wohl nicht mehr Möglichkeiten des Aufpolierens hergeben.

Von dem Spiel Cosmic Conflict+ war ich am Anfang sehr begeistert: Ein Ballerspiel mit Super-Grafik, dachte ich mir. Man muß verschiedene Typen von Raumschiffen (längliche Frachter, Schiffe die ungefähr wie Topsiderraumschiffe aus Perry Rhodan aussehen und imperiale Kampfschiffe wie die Tie-Fighter aus Star Wars) aus dem All „pusten“. Vorzugsweise, bevor man von den Tie-Fighters gerammt wird, da man dann horrenden Energieverlust zu beklagen hat. Man startet mit 1000 Energieeinheiten und mit jedem Schuß und jeder Bewegung wird dieser Vorrat verbraucht. Leider ebbte die Begeisterung rasch nach einigen Spielen ab. Es ist einfach zu leicht zu schlagen und da es keinerlei Variationen gibt, wird man dem ganzen bald überdrüssig. Schnell hat man das Ende der Fahnenstange erreicht und das Schriftband, das das Spiel am Ende kommentiert, reißt es auch nicht wirklich raus. Schade, da die Grafik wirklich sehenswert ist und teilweise ein schönes Fluggefühl aufkommt.

Das Modul Satellite Attack+ ist genial: Es hat eine sehr schöne Hintergrundgrafik, die einen Asteroiden darstellt, vor dem sich das Spiel zuträgt. Das eigene Raumschiff versucht möglichst viele Asteroiden und Killer-Satelliten zu vernichten, um möglichst viele Punkte zu machen. Wer meint, das kommt irgendwie bekannt vor, irrt sich nicht. Das Spiel Asteroids stand hier Pate, nur mit ein paar kleinen Abwandlungen. Erst einmal die Hintergrundgrafik, dann der Schutzschild, der sich nach jedem Schuß bzw. jeder Kollision wieder aufladen muß, die nicht vorhandene „Warpfähigkeit“ und das begrenzte Spielfeld: Man selber kann nicht vom rechten Rand raus auf die andere Seite fliegen, sondern muß durch das Spielfeld durch. Als zusätzliches Feature wandert die Schussrichtung mit jeder Bewegung ein wenig weiter, so dass man genau planen muß, wann man schießt. Es ist ein höllisch fesselndes Spiel, wobei es am Anfang leicht frustrieren kann: Manchmal macht das Spiel mehr Punkte, wenn das Schiff nicht bewegt wird, als wenn man aktiv eingreift. Aber mit etwas Übung und der richtigen Taktik ist es möglich, verhältnismäßig hohe Punktzahlen zu erreichen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Spiel Freedom Fighters+. Es ist auch nicht leicht beherrschbar und kann zu Frustration führen, da es mit beiden Joysticks gespielt wird. Optisch ist es eine feine Sache: Der Hintergrund ist schön anzusehen, das Raumschiff sieht gut aus und die Rettungskapseln kann man auch leidlich erkennen. Die Aufgabe des Spielers ist es, die gegnerischen Schiffe abzuschießen, den Schüssen auszuweichen und die in den Rettungskapseln umherfliegenden Menschen einzusammeln. Wer meint, das dies auch bekannt vorkommt, irrt sich nicht. Anfang der 80er gab es ein Mega-Hammer-Spiel: Defender, von dem es abgeleitet ist. Hier wurde die Planetenoberfläche weggelassen und dafür ein Sternenhintergrund mit Planeten eingebunden. Die 2-Joystick-Steuerung verhält sich so: Mit dem einen gewegt man sich innerhalb des Bildschirmes, während der andere (eventuell von einem anderen Spieler bedient) eine Art von Turbo-Boost horizontal oder vertikal ausgelöst. Dies kann dazu führen, das man plötzlich in eine überraschende Gefahrensituation kommen kann, eventuell kann es aber auch die Rettung sein. Man kann also sagen, daß das Spiel viel Freude machen, aber auch dazu führen kann, das man den Joystick in die Ecke schmeißt, je nach Veranlagung. Übrigens ist es sehr hilfreich, mit dem von Dieter König für Flash Point konstruierten Joystickhalter zu spielen, um höhere Punktzahlen zu erreichen.

Das nächste Spiel ist Terrahawks+. Dieses Modul war bis zu dem Zeitpunkt, als ich Demon Attack erhielt, mein absoluter Ballerspiel-Favorit: Es ist ein an Galaga erinnerndes Schießspiel, mit einer recht schönen Hintergrundgrafik. Allerdings ist das Einblenden des Gegners, bevor die Feindschiffformation angreift, nicht wirklich nötig und wirkt überzogen. Zwar ist die „Spielfigur“ (erinnert an ein Dreieck) nicht gerade eine grafische Glanzleistung und die Gegnerschiffe sind auch mehr so ein größerer und ein kleiner Strich darunter, aber dafür sind die Gegnerwaffen sehr abwechslungsreich: Von ungelenkten Schüssen bis zu selbstsuchenden Raketen, und das in allen Kombinationen. Man kann zwar nur einen Schuß zur Zeit abgeben, da dieser aber verhältnismäßig schnell ist, ergibt sich kein Problem damit.

Das Spiel Killer Bees+ ist einfach genial. Man könnte fast sagen, einfach und genial. Hier ist die Hintergrundgrafik nicht unbedingt erforderlich beim Spielen, macht sich aber recht gut. Man muß mit seinem Bienenschwarm die Bee-Bots umkreisen und tot stechen, bevor der eigene Schwarm von den gegnerischen Schutzbienen terminiert wird. Das Spiel läuft so: Man steuert den eigenen Schwarm auf einen der Bee-Bots, legt diesen lahm und erhält dafür einen Schuß, der auf einer Linie alle gegnerischen Schwärme (bis auf die Bee-Bots) vernichtet. Es hört sich zwar nicht so wirklich interessant an, hat aber, ebenso wie Tetris, einen höllischen Suchtfaktor, der nicht zu unterschätzen ist. In höheren Spielstufen wird das Spiel aber extrem schnell und dadurch sehr schwer zu meistern.

Bei dem Spiel Nightmare+ scheiden sich die Geister im wahrsten Sinne des Wortes. Ohne die Hintergrundgrafik ist das Spiel eigentlich nicht zu erkennen. Was die negativen Bewertungen auf den amerikanischen Seiten erklärt, die keine Möglichkeiten hatten, die Hintergrundgrafik zu sehen. Auf dem G7400 wird erst ersichtlich, daß der „Kasten“ ein Haus darstellen soll, in dem es auf 3 Ebenen spukt. Im Spiel muß der Spieler seine Figur bis an den oberen Rand steuern, wo man durch eine Dachluke verschwinden muß und dann das Spiel wieder unten von vorn beginnt. Die 3 Geister werden im Haus erst sichtbar, wenn man mal an ihnen vorbei gekommen ist. Alles im allem hört sich das Spiel einfach an, aber es ist es mitnichten: Die unsichtbaren Geister bleiben zwar auf ihren Ebenen, sind aber wie erwähnt zuerst unsichtbar und können erst „befreit“ werden, wenn sie sichtbar sind. Erschwerend kommt noch ein Kugelblitz hinzu, der unverhofft auftaucht und die Wege im Gebäude werden je nach Fortschritt durch zusätzliche Balken versperrt. Der 2-Spieler-Modus ist hingegen nicht wirklich befriedigend für den Spieler, der die Geister spielt, da die Bewegungsmöglichkeiten zu beschränkt sind.

Das Spiel Looney Balloon+ treibt mich auch ein wenig in Zwiespalt, ähnlich wie Nightmare+. Ohne die Hintergrundgrafik ist es nicht wirklich spielbar, da man nur dadurch ein paar Punkte zur Orientierung hat. Das Ziel des Spieles ist leicht erklärt, ein Kind möchte mit seinem Ballon über den Rummelplatz gehen, wobei der Ballon von nichts berührt werden darf, da er sonst platzt. Um dieses zu verhindern, kann das Kind den Ballon loslassen und wieder einfangen. Erschwerend zu den Absperrungen auf dem Weg kommt noch hinzu, daß das Kind mit jedem Karussell fährt, das es berührt und dadurch natürlich das Risiko des Zerstörens des Ballons wächst. Aber nicht nur das: Wenn man zu lange stehen bleibt, pustet der Wind einem den Ballon aus der Hand und ab und zu versucht ein Vogel, den Ballon zu erwischen. Man sieht: Die Herausforderung ist groß (ich persönlich habe es nach wiederholten Versuchen immer noch nicht geschafft, einmal durchzukommen). Dies ist natürlich der Kasus Knacktus: Man gerät bei diesem Spiel leicht zur Verzweiflung (besonders wenn man einmal sieht, wie der Computer es schafft), aber trotzdem versucht man es immer wieder.

Das letzte Spiel, das ich hier erwähnen möchte, ist meiner Meinung auch das komplexeste (zumindest in meinem Besitz): Flash Point+. Viel mehr als schon dazu gesagt wurde, kann ich nicht ergänzen, nur daß es mit dem von Dieter König gefertigten Joystickhalter für beide Joysticks absolut super zu spielen ist und es höllisch viel Spaß macht. Wären noch mehr solche Spiele erschienen, hätte das Videopac vielleicht sogar noch länger überlebt.


Erstellt am 08.11.04. Zuletzt bearbeitet am 20.12.04.