| Gedanken zu Videopac-Spielen
von Ragnar F. Süberkrüp
Ich bin über das Interton VC4000 an die
Philips Videopac Konsolen-Leidenschaft gekommen. Vor ca. 2 Jahren hatte ich bei eBay, mehr
aus Versehen, eine Interton Konsole ersteigert (ich hatte Robotron mit Interton
verwechselt).
Irgendwie kam mir die Grafik bekannt vor,
ich konnte mich aber nicht entsinnen woher. Ich machte mich im Internet
auf die Suche nach mehr Informationen über diese Konsole und landete dann
auf der Seite von Dieter König. Fasziniert hatte ich mir die Bilder von den
Spielen und Packungen angesehen und bin dann aus Neugier auf die
Videopac-Seite gegangen. Dort kam die Erleuchtung, warum mir die Grafik so
bekannt vorkam: Ein Freund von mir hatte das G7000 besessen.
Nachdem mich die Sammelleidenschaft für das
Interton überkommen hatte, ging ich dazu über, die Videopac-Spiele
ebenfalls ein wenig näher unter die Lupe zu nehmen. Besonders hatten es mir die
Master-Strategie-Serie und die Spiele von Parker und Imagic, aufgrund der
Seltenheit, angetan.
Als ich nun das Glück hatte, diese Spiele
zu erwerben, fiel mir ein Kuriosum bei dem Spiel Atlantis auf: Im Rahmen der Umsetzungen für die
verschiedenen Systeme, ist den Herstellern ein Faux-Pas unterlaufen, sie
sprechen auf der Verpackung von 3(!) Kanonen, statt der vorhanden 2. Da das Spiel ja nun für die
unterschiedlichsten Konsolen herauskam, und man wohl bei Imagic nicht näher
nachgedacht hatte, wurde diese Abwandlung übersehen und wohl der
vorhandene Text von anderen Modulen übernommen.
Die Umsetzung an sich ist meiner Meinung
nach sehr gut gelungen (kein Flackern wie bei der VCS Version, die ich
auch mein eigen nenne), die Grafik ist auch noch sehr gut ansehbar und das
Fehlen der mittleren Kanone wird durch die "Smartbomb" gut
kompensiert. Schade nur, daß sich das Modul ungenutzte Bonusbauteile
nicht merkt und sie damit verfallen, so daß man nicht zu astronomisch
hohen Punktzahlen kommen kann.
 
Von dem Spiel Demon Attack war ich am
Anfang etwas enttäuscht: Mir fehlte ein wenig die Hintergrundgrafik, die
ja bei Atlantis noch vorhanden war. Nachdem ich aber das Spiel begonnen
hatte, wandelte sich diese Enttäuschung rasch in Begeisterung: Trotz der
oberflächlich schlechten Grafik macht das Spiel mir mehr Spaß als
Terrahawks, welches mir auch gut gefällt. Hinzu kommt noch, daß die
Gegner schöner anzusehen sind als die einfachen Striche bei Terrahawks
und ich bei dem Anleitungslesen doch ziemlich schmunzeln musste: Die Idee,
ein Grafikproblem mit zeitweise verschwindenden Schüssen auf die
Atmosphäre des (nicht vorhandenen) Planeten zu schieben ist ja geradezu genial,
daher würde mich die Jopac+ Version sehr interessieren.
Als nächstes hatte ich mich Popeye
zugewandt, das mir auch recht gut gefallen hatte, trotz der Reduktionen
gegenüber der von mir ausgiebigst gezockten C64 Version. Schade nur, daß
man nicht wirklich wieder die Chance hat, von der untersten Ebene die
Herzen auf den höheren Ebenen zu erreichen. Man muß unten bleiben.
 
Bei dem Frogger Spiel (zu dem mir leider
als einziges die Anleitung fehlt) war ich ziemlich überrascht: Am Anfang
die Animation mit dem Frosch ist wirklich super und dann, die Unterteilung
der beiden Abschnitte auf 2 Screens, um die Einschränkungen des Systems
zu umgehen: Hut ab Parker, eine tolle Idee. Man erhält so ein spannendes,
schnelles Spiel ohne auf irgend etwas verzichten zu müssen.
Bei Super Cobra (ein Scramble-Ableger)
hatte Parker zu einem ähnlichen Trick gegriffen: Um die Einschränkungen
der Konsole nicht zu stark hervortreten zu lassen, hatte man einfach auf
das Scrolling verzichtet: Erreichte der Hubschrauber (die Super Cobra) den
rechten Bildschirmrand, wird der komplette Screen nach links verschoben.
Allerdings hat dies ein gravierenden Nachteil: Man sieht nicht, was rechts
vom Rand ist und kann so böse Überraschungen erleben, denen man nicht
mehr rechtzeitig ausweichen kann, da hilft nur auswendig lernen. Schade
auch, daß man unbenutzte Bomben nicht in den nächsten Screen
mitnehmen kann. Trotz allem aber ein unterhaltsames Spiel.
 
Q*bert hat, wie Frogger, was ganz
interessantes: Unser Held zeigt, wie bei der Spielhallenversion, bei den
Levelstarts, was man tun muß. Das sieht wirklich super aus, so daß man
sich auch durch die eingeschränkte Optik des Spielfeldes (der 3D-Effekt
fehlt total), nicht davon abhalten lässt, es zu spielen, zumal die Gegner
nicht gerade leicht sind. Die Steuerung ist präzise und entlastet mal die
Horizontal- und Vertikal-Achse, da es diagonal gespielt wird.
Die Master-Strategie-Serie weist einige
Besonderheiten gegenüber den „normalen“ Videopac-Spielen auf. Als
erstes haben sie bunte, einsprachige Anleitungshefte, zum zweiten ein
Spielbrett und zum dritten noch verschiedene Setzer und/oder Marker.
Als
erstes Spiel dieser Reihe kam „Eroberung der Welt“ in meinen Besitz.
Dieses Spiel beinhaltet ein magnetisches Spielbrett, das neben einer
Wertungstabelle noch die Erde mit verschiedenen Ländern und politischen
Einflusssphären Anfang der 80er Jahre darstellt. Hinzu kommen noch
magnetische Marker und Kunststoffzählmarken. Die Anleitung ist nett
anzusehen, beinhaltet aber leider ein paar Unklarheiten, z. B. wird nicht
ganz schlüssig klar, wie die Lenkung der Flugzeuge funktioniert und der
„Endkampf“ ist auch nicht recht verständlich dargestellt (ein Freund
von mir und ich haben zumindest länger darüber gerätselt). Das Spiel
auf dem Bildschirm hingegen ist ein „aufgebohrtes“ Videopac 4, nur dass
man nun auch mit Panzern gegen U-Boote und Flugzeuge kämpfen kann und die
Kämpfe nun auf Land/See und Luftgebieten stattfinden können. Nur leider
habe ich den Vorteil der Flugzeuge nicht so recht erkannt: Sie verbrauchen
Unmengen an Energie, sind schwer bis gar nicht gezielt einsetzbar und dazu
noch ein recht leichtes Opfer. Schade ist auch, dass ein Computergegner
fehlt, man kann wie beim Videopac 4 nur gegeneinander spielen, für einen
Computergegner reichte wohl die Modul-Kapazität nicht aus. Nur so ist
auch das „Feature“ zu erklären, dass man mit den U-Booten bei einem
„Ping“ manuell auftauchen soll. Es ist aber trotzdem ein sehr
unterhaltsames Spiel, dass aber eindeutig schlechte Videospieler stark
benachteiligt, egal wie groß das Industriepotential eines Spielers ist,
in den „normalen Kämpfen“ haben die Gegner die gleichen
Voraussetzungen, erst beim „Endkampf“ kann es zum Vorteil werden.
Als
nächstes Spiel erhielt ich „Die Suche nach den Ringen“. Neben der
sehr schön gestalteten Landkarte, die einen fiktiven Kontinent und eine
Zeitskala darstellt, sind noch sehr schöne Setzer und noch ein besonderer
Konstrukt beinhaltet: Es gibt 23 „Castles“ unter denen der „Ringmeister“
10 Ringe und einige Monster („Nightmares + Dragons“) verstecken kann,
ohne das die anderen Spieler erkennen können, was sich darunter verbirgt.
Dies erhöht natürlich die Spannung ungemein, setzt leider aber
mindestens. 3 Spieler voraus, mit weniger macht es auch nur halb soviel
Spaß. Zwar besteht die Möglichkeit, das Spiel notfalls auch allein oder
zu zweit zu spielen, es ist aber nicht ganz so unterhaltsam. Die Anleitung
ist hier auch wieder sehr schön anzusehen und recht gut zu verstehen.
Aufgrund der begrenzten Möglichkeit werden die „Helden“ und die immer
vorhandenen Standardgegner mit den vorprogrammierten Figuren des
Zeichensatzes dargestellt. Die Bedienungsanleitung spricht natürlich
wegen der Kaschierung von den „magischen“ Kräften des Ringmeisters,
der die Gegner aus „Täuschungsgründen“, den Helden ähneln lässt.
Wenn man mit „Ringmeister“ spielt, gibt es noch eine schöne „Gemeinheit“:
Er kann ein paar Mal einen Spieler-Charakter übernehmen und den anderen
Spieler versuchen auszuschalten, was übrigens außer das Verstecken der
Ringe und der Monster die einzigen Möglichkeiten sind, aktiv in das Spiel
einzugreifen. Als Zwei-Personen Spiel ist der Sieg der Spieler fast schon
vorprogrammiert. Im Gegensatz zu „Eroberung der Welt“ ist es aber
zumindest theoretisch möglich, das Spiel allein zu spielen, da der
Videopac-Computer die Monster und Ungeheuer steuert und nicht der
Ringmeister. Alles im allem also ein recht unterhaltsames Spiel, mit einer
tollen Optik des Spielplanes und sehr schön dargestellten „Nightmares“
und „Dragons“, die die Spielfiguren jagen.
Das
letzte Spiel der Serie, das veröffentlicht wurde, war „The Great
Wallstreet Fortune Hunt“. Die Bezeichnung Spiel ist allerdings nicht
ganz korrekt, Simulation würde es eher treffen. Es ist wohl eines der
bemerkenswertesten Spiele seiner Zeit: Hier wird die komplexe Welt der
Börse simuliert. Das Spielbrett stellt die einzelnen Aktien mit ihren
Anfälligkeiten auf die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen,
den Leitzinssatz und den Zeitverlauf dar. Hinzu kommen noch Metallmarker
für die Zeit und die Zinsentwicklung und Plastikmarker für die einzelne
Aktien- oder Optionswerte. In den beigefügten, geradezu edel aussehenden
Mäppchen, notiert man sich seine Vermögenswerte. Überhaupt sieht das
ganze Spiel edel aus: Die Verpackung und das Modul sind die unveränderten
Magnavox-Versionen, so dass es eine Pappschatulle gibt, sonst ist es nur
ein Pappkarton. Dies hat allerdings auch einen Nachteil: Die Anleitung ist
auf englisch, nur ein kleiner Zettel liegt bei, der einige Begriffe in
anderen Sprachen erklärt. Das Spiel an sich ist sehr interessant,
allerdings sind meiner Meinung nach nur die ersten beiden Stufen spielbar.
Die anderen Stufen sind einfach zu komplex (ich habe zwar eine
kaufmännische Ausbildung und verstehe auch einigermaßen Englisch, aber
die weiterführenden Erklärungen lassen mich scheitern, ebenso wie einen
Freund von mir, der BWL studiert, und meinen Bruder, einen angehenden
Anglistiker). Das ist eigentlich schade, weil dadurch von uns natürlich
einige Möglichkeiten nicht genutzt werden können. Leider ist die
Simulation nicht ganz so realistisch wie erwartet: zum Beispiel können
ureigene US-amerikanische Konzerne, die vom Staat unterstützt werden
würden, Pleite gehen, ebenso ironischerweise sogar der Goldkurs auf „0“
fallen (damit bin ich zum Beispiel beim ersten Spiel mit PanAm und Gold
auf die „Schnauze“ gefallen). Aber trotz diese Mankos ist es recht
interessant zu spielen und man darf nicht vergessen: Als dieses Modul
herauskam, gab es nur wenige Wirtschaftssimulationen für den „Hausgebrauch“
und soweit ich weiss keine, die sich so mit dem Börsenmarkt beschäftigt
hat. Ich habe irgendwo sogar gelesen, das Magnavox damals Börsianer
eingeladen hatte, die das Spiel nur mal kurz anspielen sollten, die aber
fasziniert Stunden damit zubrachten.
Weitere Module, die zwar nicht zur
Master-Strategie-Serie gehörten, aber von mir aufgrund ihrer Ausstattung
als „besonders erwähnenswert“ eingestuft werden sind die Module 9
(Computer Programmer), 31 (Musikant) und das Schachmodul.
Zuerst
einmal das Modul 9. Dieses „Spiel“ hatte mein schon oben erwähnter
Freund und es hat ihn an seinen zukünftigen Beruf herangebracht (er ist
mittlerweile Diplom-Informatiker). Es beinhaltet neben dem Modul noch ein
ausführliches Beiheft, das neben den Erklärungen der Programmsprache
noch eine kleine Einführung in die Computergeschichte beinhaltet. Mir
selber hat das Modul nichts gegeben: Da man nichts abspeichern konnte,
hatte ich mich damals nicht näher damit beschäftigt, sondern weiter auf
meinen Commodore VC-20 Basic-Programme „eingehackt“.
Das Modul 31 wurde in einem Karton wie die
Master-Serie zusammen mit einem Notenheft und einer Tastaturschablone
ausgeliefert. Allerdings hatte man natürlich kein vollwertiges Klavier
erhalten, sondern nur einen "Tastenauschnitt". Hinzu kam noch
der gravierende Nachteil des Einkanal-Tons, so dass ein flüssiges Spielen
mit mehr als einer Hand nicht möglich ist, da der Videopac-Computer nur
einen Ton zur Zeit darstellen kann. Alles im allem also nur für den
Sammler interessant, der Spieler wird weniger Freude an diesem zwar nett
aufgemachten, aber nur bedingt praktikablen Spiel haben.
Das Schachmodul ist hingegen was ganz
besonderes: Aufgrund der leistungsschwachen Hardware der Videopac-Computer
wurde einfach ein Z80-Prozessor durch eine Modulschnittstelle mit dem
Rechner verbunden, um ein Schachspiel zu ermöglichen. An und für sich
ist das Schachprogramm sogar recht spielstark, nur muss es auf den letzten
Spielstufen so lange „überlegen“, dass es quasi unspielbar wird,
außer man hat sehr, sehr, sehr viel Zeit und 2 Fernseher, beziehungsweise
ein Vectrex, Microvision oder eine andere Konsole, die nicht über den
Fernseher läuft. Wenn man zu mehreren ist, kann man natürlich auch
nebenbei ein Brettspiel spielen, aber dann kann man ja auch gleich in
Schach gegeneinander antreten.
Als nächstes widme ich mich meinen
Videopac+ Spielen, von denen es 3 Arten gibt: „Alte“ Spiele mit
zusätzlicher Hintergrundgrafik (auf dem G7000 ohne Hintergrundgrafik
spielbar), neue Spiele mit Hintergrundgrafik (auf dem G7000 auch ohne
Hintergrundgrafik spielbar) und ganz neue Spiele, die nur auf dem G7400 laufen.
 Das
Modul Race+ ist nicht gerade das spannendste Modul: Die
Hintergrundgrafiken bei Race und Spin-Out sind zwar nett anzusehen, pushen
die Spiele an sich aber nicht so recht hoch. Zu ausgetreten sind die Spielprinzipien:
Race (ein Ausweichspiel auf einer geraden Strecke) habe ich schon auf
einer der ersten Pong-Spielkonsolen gespielt und Spin-Out (ein Rennen
durch einen Parcours) wurde auch schon sattsam auf anderen Konsolen
ausgewalzt. Einzig das Rätselspiel wäre zu zweit trotz fehlender neuer
Grafik interessant, wenn es nicht zu beschränkt in den Möglichkeiten
wäre. Aber die Spielprinzipien werden wohl nicht mehr Möglichkeiten des
Aufpolierens hergeben.
Von
dem Spiel Cosmic Conflict+ war ich am Anfang sehr begeistert: Ein
Ballerspiel mit Super-Grafik, dachte ich mir. Man muß verschiedene Typen
von Raumschiffen (längliche Frachter, Schiffe die ungefähr wie
Topsiderraumschiffe aus Perry Rhodan aussehen und imperiale Kampfschiffe
wie die Tie-Fighter aus Star Wars) aus dem All „pusten“. Vorzugsweise,
bevor man von den Tie-Fighters gerammt wird, da man dann horrenden Energieverlust
zu beklagen hat. Man startet mit 1000 Energieeinheiten und mit jedem
Schuß und jeder Bewegung wird dieser Vorrat verbraucht. Leider ebbte die
Begeisterung rasch nach einigen Spielen ab. Es ist einfach zu leicht zu
schlagen und da es keinerlei Variationen gibt, wird man dem ganzen bald
überdrüssig. Schnell hat man das Ende der Fahnenstange erreicht und das
Schriftband, das das Spiel am Ende kommentiert, reißt es auch nicht
wirklich raus. Schade, da die Grafik wirklich sehenswert ist und teilweise
ein schönes Fluggefühl aufkommt.
Das
Modul Satellite Attack+ ist genial: Es hat eine sehr schöne
Hintergrundgrafik, die einen Asteroiden darstellt, vor dem sich das Spiel
zuträgt. Das eigene Raumschiff versucht möglichst viele Asteroiden und
Killer-Satelliten zu vernichten, um möglichst viele Punkte zu machen. Wer
meint, das kommt irgendwie bekannt vor, irrt sich nicht. Das Spiel
Asteroids stand hier Pate, nur mit ein paar kleinen Abwandlungen. Erst
einmal die Hintergrundgrafik, dann der Schutzschild, der sich nach jedem
Schuß bzw. jeder Kollision wieder aufladen muß, die nicht vorhandene „Warpfähigkeit“
und das begrenzte Spielfeld: Man selber kann nicht vom rechten Rand raus
auf die andere Seite fliegen, sondern muß durch das Spielfeld durch. Als
zusätzliches Feature wandert die Schussrichtung mit jeder Bewegung ein
wenig weiter, so dass man genau planen muß, wann man schießt. Es ist ein
höllisch fesselndes Spiel, wobei es am Anfang leicht frustrieren kann:
Manchmal macht das Spiel mehr Punkte, wenn das Schiff nicht bewegt wird,
als wenn man aktiv eingreift. Aber mit etwas Übung und der richtigen
Taktik ist es möglich, verhältnismäßig hohe Punktzahlen zu erreichen.
Ähnlich
verhält es sich mit dem Spiel Freedom Fighters+. Es ist auch nicht leicht
beherrschbar und kann zu Frustration führen, da es mit beiden Joysticks
gespielt wird. Optisch ist es eine feine Sache: Der Hintergrund ist schön
anzusehen, das Raumschiff sieht gut aus und die Rettungskapseln kann man
auch leidlich erkennen. Die Aufgabe des Spielers ist es, die gegnerischen
Schiffe abzuschießen, den Schüssen auszuweichen und die in den
Rettungskapseln umherfliegenden Menschen einzusammeln. Wer meint, das dies
auch bekannt vorkommt, irrt sich nicht. Anfang der 80er gab es ein
Mega-Hammer-Spiel: Defender, von dem es abgeleitet ist. Hier wurde die
Planetenoberfläche weggelassen und dafür ein Sternenhintergrund mit
Planeten eingebunden. Die 2-Joystick-Steuerung verhält sich so: Mit dem
einen gewegt man sich innerhalb des Bildschirmes, während der andere (eventuell
von einem anderen Spieler bedient) eine Art von Turbo-Boost horizontal
oder vertikal ausgelöst. Dies kann dazu führen, das man plötzlich in
eine überraschende Gefahrensituation kommen kann, eventuell kann es aber
auch die Rettung sein. Man kann also sagen, daß das Spiel viel Freude
machen, aber auch dazu führen kann, das man den Joystick in die Ecke
schmeißt, je nach Veranlagung. Übrigens ist es sehr hilfreich, mit dem
von Dieter König für Flash Point konstruierten Joystickhalter zu
spielen, um höhere Punktzahlen zu erreichen.
Das
nächste Spiel ist Terrahawks+. Dieses Modul war bis zu dem Zeitpunkt, als
ich Demon Attack erhielt, mein absoluter Ballerspiel-Favorit: Es ist ein
an Galaga erinnerndes Schießspiel, mit einer recht schönen
Hintergrundgrafik. Allerdings ist das Einblenden des Gegners, bevor die
Feindschiffformation angreift, nicht wirklich nötig und wirkt überzogen.
Zwar ist die „Spielfigur“ (erinnert an ein Dreieck) nicht gerade eine
grafische Glanzleistung und die Gegnerschiffe sind auch mehr so ein
größerer und ein kleiner Strich darunter, aber dafür sind die
Gegnerwaffen sehr abwechslungsreich: Von ungelenkten Schüssen bis zu
selbstsuchenden Raketen, und das in allen Kombinationen. Man kann zwar nur
einen Schuß zur Zeit abgeben, da dieser aber verhältnismäßig schnell
ist, ergibt sich kein Problem damit.
Das
Spiel Killer Bees+ ist einfach genial. Man könnte fast sagen, einfach und
genial. Hier ist die Hintergrundgrafik nicht unbedingt erforderlich beim
Spielen, macht sich aber recht gut. Man muß mit seinem Bienenschwarm die
Bee-Bots umkreisen und tot stechen, bevor der eigene Schwarm von den
gegnerischen Schutzbienen terminiert wird. Das Spiel läuft so: Man
steuert den eigenen Schwarm auf einen der Bee-Bots, legt diesen lahm und
erhält dafür einen Schuß, der auf einer Linie alle gegnerischen
Schwärme (bis auf die Bee-Bots) vernichtet. Es hört sich zwar nicht so
wirklich interessant an, hat aber, ebenso wie Tetris, einen höllischen
Suchtfaktor, der nicht zu unterschätzen ist. In höheren Spielstufen wird
das Spiel aber extrem schnell und dadurch sehr schwer zu meistern.
Bei
dem Spiel Nightmare+ scheiden sich die Geister im wahrsten Sinne des
Wortes. Ohne die Hintergrundgrafik ist das Spiel eigentlich nicht zu
erkennen. Was die negativen Bewertungen auf den amerikanischen Seiten
erklärt, die keine Möglichkeiten hatten, die Hintergrundgrafik zu sehen.
Auf dem G7400 wird erst ersichtlich, daß der „Kasten“ ein Haus
darstellen soll, in dem es auf 3 Ebenen spukt. Im Spiel muß der Spieler
seine Figur bis an den oberen Rand steuern, wo man durch eine Dachluke
verschwinden muß und dann das Spiel wieder unten von vorn beginnt. Die 3
Geister werden im Haus erst sichtbar, wenn man mal an ihnen vorbei
gekommen ist. Alles im allem hört sich das Spiel einfach an, aber es ist
es mitnichten: Die unsichtbaren Geister bleiben zwar auf ihren Ebenen,
sind aber wie erwähnt zuerst unsichtbar und können erst „befreit“
werden, wenn sie sichtbar sind. Erschwerend kommt noch ein Kugelblitz
hinzu, der unverhofft auftaucht und die Wege im Gebäude werden je nach
Fortschritt durch zusätzliche Balken versperrt. Der 2-Spieler-Modus ist
hingegen nicht wirklich befriedigend für den Spieler, der die Geister
spielt, da die Bewegungsmöglichkeiten zu beschränkt sind.
Das
Spiel Looney Balloon+ treibt mich auch ein wenig in Zwiespalt, ähnlich
wie Nightmare+. Ohne die Hintergrundgrafik ist es nicht wirklich spielbar,
da man nur dadurch ein paar Punkte zur Orientierung hat. Das Ziel des
Spieles ist leicht erklärt, ein Kind möchte mit seinem Ballon über den
Rummelplatz gehen, wobei der Ballon von nichts berührt werden darf, da er
sonst platzt. Um dieses zu verhindern, kann das Kind den Ballon loslassen
und wieder einfangen. Erschwerend zu den Absperrungen auf dem Weg kommt
noch hinzu, daß das Kind mit jedem Karussell fährt, das es berührt und
dadurch natürlich das Risiko des Zerstörens des Ballons wächst. Aber
nicht nur das: Wenn man zu lange stehen bleibt, pustet der Wind einem den
Ballon aus der Hand und ab und zu versucht ein Vogel, den Ballon zu
erwischen. Man sieht: Die Herausforderung ist groß (ich persönlich habe
es nach wiederholten Versuchen immer noch nicht geschafft, einmal
durchzukommen). Dies ist natürlich der Kasus Knacktus: Man gerät bei
diesem Spiel leicht zur Verzweiflung (besonders wenn man einmal sieht, wie
der Computer es schafft), aber trotzdem versucht man es immer wieder.
 Das
letzte Spiel, das ich hier erwähnen möchte, ist meiner Meinung auch das
komplexeste (zumindest in meinem Besitz): Flash Point+. Viel mehr als
schon dazu gesagt wurde, kann ich nicht ergänzen, nur daß es mit dem von
Dieter König gefertigten Joystickhalter für beide Joysticks absolut
super zu spielen ist und es höllisch viel Spaß macht. Wären noch mehr
solche Spiele erschienen, hätte das Videopac vielleicht sogar noch
länger überlebt.
Erstellt am 08.11.04. Zuletzt bearbeitet am 20.12.04. |